background

Dichtheitsprüfung

Die Dichtheitsprüfung kann gemäß den geltenden technischen Vorschriften (DIN EN 1610, ATV-DVWK M 143 Teil 6) grundsätzlich mit Luft- oder Wasserdruck (oder Vakuum) durchgeführt werden.

 

Auf dem Grundstück werden wegen der besseren Praktikabilität und aus Sicherheitsgründen meist Wasserdichtheitsprüfungen durchgeführt. Dabei wird in der Praxis die Vorgehensweise des DWA-Merkblattes M 143 Teil 6 bevorzugt. Die Anwendung der Wasserdichtheitsprüfung gemäß der Technischen Norm EN 1610 erscheint für Altleitungen unverhältnismäßig (auch wenn diese in DIN 1986-30 ausdrücklich erwähnt wird). Hier ist ein Prüfdruck von 0,5 bar (= 5 Meter Wassersäule!) auf den höchsten Punkt des Netzes aufzubringen. Dies ist einerseits im vorhandenen Baubestand mit verfahrenstechnischem Zusatzaufwand verbunden, der die Kosten erheblich in die Höhe treibt, zum anderen werden bei diesem Verfahren Prüfdrücke erzeugt, die im Betrieb der Leitung selbst theoretisch niemals entstehen können. Bei manchem Einfamilienhaus läge der Hochpunkt der Wassersäule über dem Dachfirst! Die sinnvoller Weise durchzuführende Dichtheitsprüfung nach DWA M 143-6.

 

Optische Untersuchung oder Dichtheitsprüfung?

Wenn kommunale Satzungen oder landesrechtliche Vorschriften keine anderen Vorgaben machen, sind die Untersuchungen des Grundleitungssystems nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik durchzuführen, die u. a. in DIN 1986 Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, Teil 30: Instandhaltung festgehalten sind. Diese Norm unterscheidet ausdrücklich eine optische Zustandserfassung von einer Dichtheitsprüfung durch Druckbeaufschlagung mit Luft bzw. Wasser. Originalzitate der Norm:

 

Die Zustandserfassung hat durch eine optische Inspektion (z.B. Kanalfernsehanlage) zu erfolgen. Unabhängig von der Zustandserfassung sind die Grundstücksentwässerungsanlagen auf Dichtheit zu prüfen. Bei den in Tabelle 1 mit KA (Kanalfernsehuntersuchung) bezeichneten Fällen, gelten die Grundleitungen im Sinne dieser Norm auch als dicht, wenn bei einer Prüfung mit der Kanalfernsehanlage keine sichtbaren Schäden und Fremdwassereintritte festgestellt wurden. Ist eine optische Inspektion nicht durchführbar oder wird sie als nicht ausreichend angesehen, ist eine Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 mit Wasser oder Luft durchzuführen. Bei wesentlichen baulichen Veränderungen ... sind die Grundleitungen durch eine Druckprüfung (DR) auf Dichtheit zu prüfen.

 

Letzteres gilt auch bei Neubau oder Sanierung einer Leitung. Eine Liste der zugelassenen Sachkundigen finden Sie unter: www.lanuv.nrw.de/wasser/abwasser/dichtheit.htm